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Definition Was ist Network Driver Interface Specification (NDIS)?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 2 min Lesedauer

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Die Network Driver Interface Specification ist ein in Zusammenarbeit von Microsoft und 3Com entwickelter Standard. Er definiert Schnittstellen und Bibliotheken zur Einbindung von Netzwerkkarten und regelt, wie Protokolle höherer Ebenen mit Netzwerkkarten kommunizieren. Mit NDIS lassen sich mehrere Netzwerkprotokolle gleichzeitig auf einer Netzwerkkarte betreiben. NDIS ist im OSI-Referenzmodell zwischen Ebene zwei und drei angesiedelt.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.(Bild:  © aga7ta - stock.adobe.com)
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

NDIS ist das Akronym für Network Driver Interface Specification. Die Spezifikation wurde von Microsoft und 3Com entwickelt. NDIS stellt ein Interface für Gerätetreiber zur Verfügung und definiert, wie Protokolle höherer Ebenen mit den Netzwerkkarten kommunizieren. NDIS ermöglicht den gleichzeitigen Betrieb mehrerer Netzwerkprotokolle auf einer Netzwerkkarte. Im OSI-Referenzmodell ist die Spezifikation zwischen Ebene zwei (Sicherungsschicht / Data Link Layer) und Schicht drei (Vermittlungsschicht / Network Layer) angesiedelt.

Die Network Driver Interface Specification agiert quasi als Schnittstelle zwischen dem Data Link Layer und dem Network Layer und abstrahiert die Netzwerkkartenhardware für die Protokolle höherer Ebenen. NDIS liegt inzwischen in vielen verschiedenen Versionen vor und wird vom Windows-Betriebssystem verwendet. Mit der Veröffentlichung jedes neuen Releases erhielt die Spezifikation neue Funktionen und entfernte veraltete Features. Während für Windows 3.1 und MS-DOS noch NDIS 2.0 zum Einsatz kam, unterstützt Windows 11 (21H2) die NDIS-Version 6.86. Unter Linux lässt sich NDIS unter Zuhilfenahme des Ndiswrappers nutzen.

Die verschiedenen Treibertypen der Network Driver Interface Specification

Die Network Driver Interface Specification unterstützt ab Version 6 Treiberstapel und diese vier Netzwerktreibertypen: Miniporttreiber, Protokolltreiber, Filtertreiber und Zwischentreiber. Aufgabe eines NDIS-Miniporttreibers ist es, die Netzwerkkarte inklusive der Datenübertragung zu verwalten und Schnittstellen für Treiber höherer Ebenen bereitzustellen. Ein Protokolltreiber steht in der NDIS-Treiberhierarchie an oberster Stelle. Es können mehrere Protokolltreiber an einen Miniporttreiber gebunden sein. Richtung höherer Ebenen kommuniziert er mit Transportprotokolltreibern. Filtertreiber überwachen und verändern die Kommunikation eines Miniporttreibers.

Ein Zwischentreiber teilt einen Treiberstapel in zwei übereinander angeordnete Stapel. Er stellt einen virtuelle Miniport bereit, der für den oberhalb angeordneten Treiber als Miniportadapter fungiert, und implementiert am Protokollrand die gleichen Bindungszustände wie Protokolltreiber. Typische Einsatzbereiche eines Zwischentreibers sind der Lastausgleich oder die Übersetzung verschiedener Übertragungsmedien.

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